Hansi Lang

Inhaltsverzeichnis

männlichMusiker

* 1955-01-13 Wien, Österreich

Mutter: Emilie Lang

Vater: Albert Hicks

†2005-08-24 Wien, Österreich


Vita

  • Er war der mittlere von 3 Brüdern. Sein Vater war ein in Wien stationierter US-Army-Officer, seine Mutter war in Böhmen geboren.
  • 1958 - 1961 Kindheit im Kreise seiner Familie auf der US-Army-Basis in LeOrme?, Frankreich
  • 1961 Übersiedlung nach Wien; Schulbeginn. Wichtigstes Vorbild und Idol war sein 7 Jahre älterer Bruder Robert Lang.
  • 1968 Schlagzeuger in einer Amateurband mit Harry „El Fisher“ Fischer.
  • 1970 Ziel ist eine Karriere als Sänger. Robert Lang nahm einen Kredit in der Höhe von 15.000 Schilling auf, um seinem Bruder eine Gesangsanlage zu finanzieren. Damit stürzte sich Hansi Lang in das Leben eines Profimusikers und begann bei Peter Schleicher´s Plastic Drug.
  • 1970 - 1972 Gigs mit Peter Schleicher´s Plastic Drug in Österreich und Jugoslawien, wo sie auch teilweise als Vorgruppe für die damals recht bekannte englische Band East of Eden fungierten.
  • 1972 schloß er sich mit Hans „Profi“ Zekar und El Fisher zusammen. Sie tourten als "Lord Proof and the Proofcats" ebenfalls durch Österreich und Jugoslawien.
  • 1974 ein Engagement als Leadsänger der Gruppe "Nostradamus", mit der er auf Tournee durch Holland ging, um der Stellungskommission des Bundesheeres zu entkommen.
  • 1974 - 1975 Musikalische Pause, während der er in Freiburg/Deutschland in einer Kommune lebte. Mit gebranntem Emailschmuck, den er auf langen Reisen durch halb Europa verkaufte, bestritt er in der Folge seinen Lebensunterhalt.
  • Ende 1975 – wieder zurück in Wien – trat Ludwig „Wickerl“ Adam in sein Leben. Von Hansi Lang als „Der Letzte der Heldenmacher“ bezeichnet, verstand er es aus Talenten (wie Hans „Falco“ Hoelzl, Günther „Mo“ Mokesch, Andy Baum, u.v.a.) Vollblutmusiker zu machen So stieg auch Hansi bei der "Hallucination Company" ein und blieb vorerst bis 1979, nur durch einen kurzen Abstecher nach München zu Marianne Sägebrecht´s (Out of Rosenheim, Zuckerbaby) Musical-Kabarett-Travestie-Show "Opera Curiosa" im Jahre 1978 unterbrochen. Marianne Sägebrecht – die Urmutter der Münchner Subkultur – war neben Wickerl Adam eine der wichtigsten Personen für den Seelenmenschen Hansi Lang. In dieser Zeit entwickelte er eine große Begeisterung für das Bass-Spiel, was er sich schlußendlich selbst aneignete.

1979 steuerte er zur ersten Harry Stojka Express Mini-LP „Sweet Vienna“ den Song „The Jungle“ bei, den er auch gleich sang, und ab 1980 wirkte er wieder, sowohl live als auch auf Schallplatte, bei der "Hallucination Company" mit. Doch bereits 1980 löste er sich mental von seinem Lehrer Wickerl Adam und startete seine Solokarriere. Das erste musikalische Dokument stellt der nun schon legendäre „U4 live“-Sampler aus dem Jahre 1981 dar – gelbes Vinyl und heute ein rares und gesuchtes Sammlerstück - auf dem Hansi gleich zweimal vertreten war: Einmal mit der Hallucination Company („Plastic Doll“ und „Za-hu-ana“) und dann mit seinem eigenen Projekt New Dreamboat („Ich will wieder gut sein“).

Als dann im Jahre 1982 das neue Schallter Plattenlabel mit 4LPs gestartet wurde, war Hansi Lang gleich an zwei Produktionen beteiligt: Da gab es die LP „Vision“ der Hallucination Company (die mit „Werde“ und „Brain Fever“ zwei Hansi Lang Kompositionen beinhaltete) und die Hansi Lang Mini-LP „Keine Angst“, die mit Polio Brezina, Peter Kolbert und Harry Fischer eingespielt wurde. Diese Platte begründete den Ruf Hansi Langs und legte auch den Grundstein für seinen Kultstatus. Auf ihr waren Lieder wie „Ich will wieder gut sein“, „Zucker“, „Addio Westwelt“ und das Titellied vertreten, das auch als Single veröffentlicht wurde. Diese Songs bildeten auch für die nächsten Jahre den Kern seines Live-Repertoires. Sie trafen den Geist der frühen Achtziger-Jahre, waren beste Beispiele für die österreichische Variante des New Wave, wurden im Radio gespielt und kamen beim Publikum bestens an. Der legendäre Satz aus dem Schallter-Promoflyer: "Wiens rasanteste Rauhkehle rockt mit erstklassigem Ensemble gegen das Endzeitgefühl und die latente Angst unserer Tage."

Auf Grund des Erfolges kam es 1982 (mit denselben Musikern) zur Einspielung eines zweiten Albums („Der Taucher“), das wieder zwei Hansi Lang Klassiker enthielt: „Ich spiele Leben“ und „Monte Video“. Diese Nummer wurde auch erfolgreich als Single veröffentlicht und häufig auf Ö3 gespielt. Und immer wieder gab es erfolgreiche Konzerte und Tourneen durch ganz Österreich und Deutschland – sowohl solo, als auch mit der "Hallucination Company". Im selben Jahr wirkte er auch beim musikalischen Projekt Der Eiserne Vorhang mit, das unter Federführung von Thomas Rabitsch und Ronald Fleischmann das Album „Ohne Ausweg“ einspielte und dabei Rockmusiker, Punks und Jazzer vereinigte, und sang auf dem Minisex Album „Bikini Atoll“

1983 gab es u.a. einen vielumjubelten Auftritt im Praterstadion vor "Supertramp". Die Geburt seiner Tochter Lisa Julia am 13. Juni 1984 war dann – wie wahrscheinlich für jeden Vater – das nächste einschneidende und prägende Erlebnis.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich sein Interesse für Literatur und Schauspielerei mehr und mehr und mündete in zwei Filmprojekten. 1984 spielte er die Hauptrolle in Dieter Berner´s Film „Ich oder du“ – zu dem auch die Filmmusik von ihm stammte. Diese wurde im gleichen Jahr auf der LP „Ich oder du“ veröffentlicht und enthielt – neben einer Neuaufnahme von „Keine Angst“ – mit „Josefine“ ein weiteres Lied, das über die Jahre zum Stammrepertoire gehörte. Im folgenden Jahr (1985) spielte er mit Peter Weibel und Peter Turrini in Hans Fädler´s Kultfilm „Wiener Brut“.

Eine dreijährige kreative Pause ab 1986 nützte er, um seine privaten und gesundheitlichen Probleme in den Griff zu bekommen. 1989 spielte er dann – für ihn ungewohnt und neu – das von Peter Wuscits alias Peter W. Kevin produzierte Album „Hansi Lang“ mit englischen Texten ein. Dem Album schloß sich eine große Tournee an.

In den Jahren 1990 bis 1992 stellte Hansi Lang sein großes schauspielerisches Talent in der Wiener-Stadttheater-Produktion „Männerschmerzen“ und im Metropol in „Wiener Lust“ unter Beweis. Es folgte sein erstes Engagement am Theater in der Josefstadt. Dort spielte er an der Seite von Schauspielgrößen wie Vilma Degischer und Dolores Schmidinger in dem Stück „Tingel-Tangel“. Sowie an den Kammerspielen "Ausser Kontrolle" von Ray Cooney in der Rolle des Detektivs. Die Musik dafür stammte ebenfalls von ihm.

Aber auch musikalisch ging es wieder mit großen Schritten voran. Am 24. Mai 1993 präsentierte er im Wiener Metropol seine für Sony in den Matterhorn Studios Wien eingespielte CD „Losgeher“ mit ausschließlich deutschen Texten, produziert von Eddie Siblik und Walter Cikan. Allen Anwesenden der Präsentation wurde eine spezielle CD „Kampfmusik für‘s Herz – Worte zur Schlacht“ überreicht, mit speziellen und exklusiven Prosa-Texten von Hansi Lang. Die Maxi-CD „Hände an mir“ wurde aus dem Album ausgekoppelt. Leider hatte zu dieser Zeit Ö3 schon aufgehört, österreichische Künstler zu fördern und zu spielen – daher blieb ihr ein größeres Publikum und der Erfolg versagt.

Zusätzlich zu seinen Live-Auftritten, wieder mit dabei Harry „El Fisher“, spielte Hansi Lang anlässlich des NÖ-Donaufestivals in Amstetten. Im Juli 1993 übernahm er eine Hauptrolle in dem von Günter Brödl geschriebenen Bluesical „Dynamo-Donau-Blues“. Diese neuartige Mischform zwischen Musical und Schauspiel lebte eigentlich nur durch den totalen Einsatz des Ensembles, in dem neben Hansi Lang Musiker wie Bernhard Rabitsch, Wilfried, die Untouchables und ein hervorragendes Ballett mitwirkten. Die Regie verhinderte leider, daß Günter Brödls Grundkonzept das Publikum erreichte. Eine weitere Facette des Mulitalentes ist die Schriftstellerei, manifestiert in der Kurzbiografie „Das Leben fängt am Montag an“.

1993 bis 1996 absolvierte Hansi Lang einige Auftritte als Gast der "Hallucination Company" und spielt bei Benefizkonzerten. 1995 ist er auf der Benefiz-CD „Kurzschluß“ mit dem Song „Letter from Real Town“ vertreten.

Im Frühjahr 1997 bekommt er vom damaligen Wiener Rockhaus das Angebot, Ende Juni ein Konzert beim Donauinselfest zu spielen. Mit der alten Band - mit Thomas Rabitsch (keyboards), Peter Kolbert (drums), Harry El Fisher (guitar) und Bertl Pistracher (bass) - die nun auf "Brand New Dreamboat" umbenannt wurde. Am 18.9.1997 wurde ein Konzert im Wiener Rockhaus (nun Planet Music) von Walter Seemann mitgeschnitten und im Jahre 1998 auf CD mit dem Titel „Spiele Leben Live“ veröffentlicht. Die wahrscheinlich beste Live-CD, die je in Österreich veröffentlicht wurde und heute noch wertvoller erscheint, weil es die letzte Arbeit von Jahrhunderttalent Peter Kolbert ist. In diesem Jahr ist Hansi Lang auch auf einer weiteren Benefiz-CD vertreten: „Friedensideen“ zu Gunsten der Aktion Nachbar in Not. Als ein Mitglied der Idealisten singt er gemeinsam mit Tini Kainrath, Doris Windhager, Sabina Hank, Stefan Schubert, u. a. das Lied „Friedensideen“.

Dazwischen spielte er von Juni bis Juli 1997 in der Metropol Erfolgsproduktion „Strizzis+Mizzis“ an der Seite von Karlheinz Hackl, Bernd Jeschek, Wickerl Adam u.v.a. sowie ab August auf der malerischen Kasematten-Bühne am Grazer Schlossberg das Musical „Mephisto Mania“ unter der Regie von Klaus Pieber.

Das Jahr 2000 war jenes der „Falco Cyber Show“ im Wiener Ronacher. In dem revolutionären Musical von Paulus Manker (Buch: Joshua Sobol) spielte sich Hansi in der Figur des „Citizen Kain“ selbst. Sein Solo-Stück „Ganz Wien“ berührte jeden Besucher und gehört zu den besten Falco-Interpretationen, die es je gegeben hat (wenn nicht die beste). Als musikalischer Leiter fungierte Thomas Rabitsch, der eine junge und freche Band zusammengestellt hatte. Von der gewaltigen Technik der „Cyber Show“ schwer beeindruckt, begann Hansi Lang sich intensiv mit der Computerwelt zu beschäftigen. Er baute sich in seinem eigenen Reich nach und nach ein mittlerweile ziemlich beeindruckendes digitales Heimstudio auf, wo er nun genug Zeit hat, um zu experimentieren und wo ohne Druck seine neuen Werke reifen können. Das erstaunlichste, er, der damalige Technik-Banause, hat sich alles selbst erlernt.

Im Jahr 2002 wurden wiederum seine schauspielerischen Fähigkeiten geweckt. Eine neue Episode der erfolgreichen Trautmann-Krimi-Reihe mit Wolfgang Böck stand am Programm. Titel: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“. Buch: Ernst Hinterberger. Regie: Thomas Roth. Er spielte den „Leopold Slansky“, einen windigen Zeitgenossen. Die Dreharbeiten waren im Frühjahr und im Oktober kam der gelungene Krimi im ORF zur Aufführung. Im Rabenhof wurde das Stück "3 Groschen Oper" uraufgeführt, wo er in der Rolle des "Beechum" und mit der großen Schauspielerin Margot Hruby das Publikum begeisterte. Nicht zu vergessen, drei "Kommissar Rex"-Rollen in den vergangenen Jahren. Das musikalische Highlight war zweifelsohne der Auftritt bei der Eröffnung des neuen Museumsquartiers.

2003 konnte er die ersten Früchte seines Heimstudios ernten, indem er eine englischsprachige Komposition "one heart" an "Starmania" verkaufte. Weiters entstand die „Eisbär Show“, wo er gemeinsam mit Rudi Nemeczek und Tom Petting alias Eberhard Forcher, die Hits der 80er Jahre zum besten gibt. Im Juni kam es zur zauberhaften Begegnung mit Juci Janoska, dem aufstrebenden Stern am heimischen Soulhorizont. In einer selt en zuvor dagewesenen Harmonie wurden Duette im Porgy und am Donauinselfest gesungen. Mit "weisst du noch die zeit" auf Juci´s Debütalbum "tageslicht". Weitere CD-Veröffentlichungen: Happy Kids "nichts getan", Christian Qualtinger mit "Wasser", Stimmgewitter Augustin, NFL (Nemeczek-Forcher-Lang) mit "super".

Er starb an den Folgen eines Schlaganfall im Wiener AKH.


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